2026-08-27 06:00Pressemitteilungen

Über uns ein Sternenmeer: Schloss Hundisburg bei Haldensleben

Hundisburg_c_KULTUR-Landschaft Haldensleben-Hundisburg e. V., Joachim Hoeft (2)Der barocke Garten von Schloss Hundisburg. Foto: KULTUR-Landschaft Haldensleben-Hundisburg e. V., Joachim Hoeft

Nur 30 Kilometer von der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts entfernt, thront mitten in der Magdeburger Börde ein prächtiges Reiseziel für alle, die das Staunen noch nicht verlernt haben. Schloss Hundisburg, sein fein gepflegter Barockgarten und der nach Haldensleben führende Landschaftspark sind Augenschmaus, Genussstation und Abenteuerareal für große und kleine Gäste.

Auch heute kann Dr. Harald Blanke seine stille Euphorie kaum verbergen. Seines Zeichens Leiter der Schloss- und Gartenverwaltung Hundisburg huscht ein breites Lächeln über sein Gesicht, wenn er, inmitten von Blütenpracht und barocker Gartenkunst, auf die sonnenbeschienene Fassade des Schlosses blickt. Umso mehr, weil die Terrasse des Restaurants voll besetzt ist, die sich immer und immer wieder fotografierende Hochzeitsgesellschaft an den schönen Stellen des Gartens ganz beseelt scheint und weil inmitten dieses lebendigen Ortes eine Musik erklingt, die nicht gestreamt, sondern handgemacht aus einem Probenraum im Schloss herüberklingt.

Schloss Hundisburg ist auch einer der 50 historischen Parks im Gartenträumeverbund. Foto: Gartenträume Sachsen-Anhalt e.V.

Schloss Hundisburg ist auch einer der 50 historischen Parks im Gartenträumeverbund. Foto: Gartenträume Sachsen-Anhalt e.V.

Das Wunder von Hundisburg

So wie die friedliche Revolution in der DDR 1989 samt Fall der tödlichen Grenze zwischen beiden deutschen Staaten für viele in Ost und West ein Wunder war, so führte dieses weltbewegende Ereignis in Hundisburg zu einer Sensation. Harald Blanke weiß das, er hat das Bild von Schloss und Garten zu Beginn der 1990er Jahre noch immer deutlich vor Augen: wo heute wieder barocke Pracht strahlt, erzählte damals eine verlassene, ausgebrannte Schlossruine ihre eigene Geschichte. Vor dieser traurigen Kulisse lag statt des Gartens ein verwahrloster Fußballplatz – gleichsam als Sinnbild für die gescheiterte DDR.

Aber Harald Blanke wäre nicht Ingenieur und Historiker, wenn sein geschulter Blick damals nicht doch inmitten dieser Ödnis die Strukturen des alten Gartens entdeckt hätte. Das und sein Wissen über die spannende Geschichte der Schloss- und Gartenanlage Hundisburg mit seinen Besitzern und Gestaltern hat ihn seither angespornt, einer Idee Flügel zu verleihen. Engagierte Bürger aus Hundisburg und Haldensleben nutzten mit der Stadt Haldensleben die wilde Epoche zwischen alt und neu in den 1990er Jahren. Aus der Ruine wuchs Stein für Stein, Dachziegel für Dachziegel das Schloss wieder in die Höhe. Der Barockgarten wurde rekonstruiert, der riesige Landschaftspark instandgesetzt. Hundisburg wurde zum Gartentraum.

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Beliebter Platz für Hochzeitgesellschaften. Foto: KULTUR-Landschaft Haldensleben-Hundisburg e. V., Joachim Hoeft (1)

Wenn ein Gartentraum zum Erlebnis wird

Gleich ein Insider-Tipp: Den besten Blick auf Schloss Hundisburg gibt es vom „Pariser Tor“ aus – also vis a vis. Genau hier sollte man seine Tour durch den Barockgarten starten. Schon 1699 wurde diese Anlage von Johann Friedrich II. von Alvensleben geplant und gebaut. Heute zählt sie zu den ältesten Gärten im klassisch französischen Stil in ganz Deutschland. Die beiden markanten Schlosstürme vor Augen taucht man nach wenigen Schritten schon in die vier Gartenterrassen ein. Spätestens ab hier kann man sich der Schönheit des Gartens nicht mehr entziehen. Die Vielfalt der Pflanzen, Gehölze und Blumen wird erst durch die geometrische Strenge sichtbar. Sie macht Kreativität möglich, inspiriert uns zu einem individuellen Erleben beim Gang durch diese Bühne aus Natur und Kultur. Schmetterlinge und Bienen begleiten uns, ein sanfter Wind lässt uns einen Hauch des Südens spüren. Ohne jede Anstrengung flanieren wir durch das barocke Paradies der Schlossterrasse entgegen, wo uns schon Limonade, Eisspezialitäten und Köstlichkeiten der Region erwarten.

Schlossruine mit Fußballplatz - 1993 und keine Spur von barocker Pracht Foto: KULTUR-Landschaft Haldensleben-Hundisburg e.V.

Schlossruine mit Fußballplatz - 1993 und keine Spur von barocker Pracht Foto: KULTUR-Landschaft Haldensleben-Hundisburg e.V.

Gästeliebling

Aktuelle Marktforschung spricht für Sachsen-Anhalt eine klare Sprache: eine große Zahl der Gäste liebt die frische Luft, draußen sein, im Grünen entspannen. Kein Wunder also, dass sich die „Gartenträume-Route“ großer Beliebtheit erfreut. 54 historische Parks und Gärten sind nicht nur die Schönsten im ganzen Land, sie bieten auch eine besondere Art, Sachsen-Anhalt kennenzulernen. Hundisburg ist einer der Höhepunkte dieses Netzwerks, betont Felicitas Remmert. Sie leitet die Geschäftsstelle des Vereins „Gartenträume. Historische Parks in Sachsen-Anhalt“, der sich einem Ziel verschrieben hat: historische Parks wiederherstellen, pflegen und auf eine moderne Art sanft und nachhaltig touristisch vermarkten. Dieses Aktionspaket ist das Erfolgsrezept der Gartenträume.

Ab ins Schloss

Bei einem Hundisburg-Besuch darf der Besuch im Schloss auf keinen Fall fehlen. Aber keine Panik! Hier lauern nicht Staub und Langeweile, sondern das Haus des Waldes Sachsen-Anhalt mit seiner interaktiven Ausstellung, die bemerkenswerte Kunst des Magdeburger Künstlers Heinrich Apel mit seinen unvergessenen Skulpturen, die Alvenslebensche Bibliothek mit 6200 Bänden aus der Renaissancezeit und 80 wertvolle Gemälde des königlichen Bauinspektors Friedrich Loock aus Haldensleben. Und zum Finale ein Blick in den wiedererstandenen Festsaal oder noch besser: In eines der Konzerte der Sommermusikakademie.

SMA 2024_c_KULTUR-Landschaft Haldensleben-Hundisburg e.V., Fotograf Max Börner

Die Sommermusikakademie hat einen festen Platz auf Schloss Hundisburg. Foto: Max Börner

Natur im Garten

Diese neue Auszeichnung wird Hundisburg noch attraktiver für einen Besuch machen. Christa Ringkamp zeichnet den Barockgarten mit der Plakette „Natur im Garten“ aus: Ökologisch gärtnern funktioniert auch in historischen Gärten! Sie leitet den Gartenakademie Sachsen-Anhalt e.V., betreibt den Landhof Neulingen in der Altmark und ist überzeugt, dass die Zukunft der Gartenkultur ohne Kunstdünger, Torf und Pestizide möglich ist. Christa Ringkamp sieht Sachsen-Anhalt auf dem Weg zum „Gartenland“ mit einer beispielhaften Fülle an grandiosen Parkanlagen, liebevoll gepflegten Schaugärten und engagierten Frauen und Männern, die Gartenkultur leben. Ein Vorbild in der Bundesrepublik – davon ist sie überzeugt.

Zum Finale ein Geheimtipp
In Hundisburg wird es nachts tatsächlich richtig dunkel. Keine strahlende Metropole weit und breit. Über Schloss und Garten leuchten die Sterne unserer Milchstraße. Unvergesslich.

Mehr Informationen zur Geschichte Schloss Hundisburg:

Schloss Hundisburg besitzt seine Wurzeln im hohen Mittelalter. Die damals sogenannte Hunoldesburg gelangte 1452 in den Besitz der Familie von Alvensleben und wurde im 16. Jahrhundert durch Ludolf X. von Alvensleben zum Renaissanceschloss umgestaltet. Prägend über die Jahrhunderte hinweg wurde jedoch der barocke Ausbau des Schlosses, den Hermann Korb für Johann Friedrich II. von Alvensleben ab 1693 nach dem Vorbild der welfischen Sommerresidenz Salzdahlum ins Werk setzte. Es entstand ein imposantes Hauptwerk des Braunschweiger Barock, in den Worten des Kunsthistorikers Udo von Alvensleben die geniale Verbindung einer norddeutschen Burganlage mit einem venezianischen Palast. Trotz Veränderungen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts und einem Brand 1945 wurde der majestätische Bau nicht vollständig vernichtet. Seit 1991 wird das Schloss schrittweise instandgesetzt und vorrangig kulturellen Nutzungen zugeführt.

Service und Veranstaltungen: www.schloss-hundisburg.de

Empfehlung für weitere Reiseziele auf der Gartenträume-Route:
Prächtige Barockgärten, weltberühmte Landschaftsparks und idyllische Anlagen mit botanischer Fülle: Sachsen-Anhalt ist ein ideales Reiseziel für Parkliebhaber.
Das grüne Wohlfühlprogramm in 54 Gartenträume-Parks des Landes führt auf malerischen Wegen durch Parkanlagen mit reizvollen Skulpturen, Schlössern und Gutshäusern. Verträumte Plätze locken zum Rasten und die Sinne werden von Farbenspiel und Blütenduft verwöhnt. Picknick im Grünen, Pflanzenmärkte oder klassische Konzerte vor traumhafter Kulisse bieten unvergessliche Erlebnisse.
www.gartentraeume-sachsen-anhalt.de

Natur und Kultur im Garten
Die gARTenakademie Sachsen-Anhalt hat sich seit ihrer Gründung 2011 zum Ziel gesetzt, Gärten und Parks als Begegnungsräume von kultureller und künstlerischer Bedeutung zu entwickeln sowie sie als Orte für Denkmal-, Landschafts-, Natur- & Umweltschutz den nachfolgenden Generationen zu erhalten. Sie bietet zu diesem Zweck Schulungen und Fortbildungen in Theorie und Praxis in den Bereichen Gartendenkmalpflege, Gartenkunst, Gartenbau und Gartenpädagogik.
www.gartenakademie-sachsen-anhalt.de Infos, Tipps, Termine im Reiseland Sachsen-Anhalt www.sachsen-anhalt-tourismus.de



Über IMG Presse

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Stefanie Middendorf
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